Für Busengrapscher: Joko und Klaas kriegen vom ZDF eins auf den Deckel

von Portrait von Steffen Kutzner Steffen Kutzner
Veröffentlicht am 18. Oktober 2012

Nachdem sich viele Zuschauer über die „neoParadise“-Folge vom 4. Oktober aufgeregt haben, in der Klaas Heufer-Umlauf Joko Winterscheidt dazu anstiftet, einer Messe-Hostess an Oberweiter und Hintern zu fassen, hat der ZDF nun reagiert. Der Tagesspiegel berichtet:

Es sei „ganz klar“, dass „wir zukünftig gemeinsam mit unseren Moderatoren noch sensibler auf vermeintlich kritische Inhalte achten werden, um zu verhindern, dass sich ein vergleichbarer Vorgang wiederholt“, sagte ZDF-Sprecher Wolfgang Stumpf am Dienstag.

Nachdem sich in der Öffentlichkeit heftige Kritik regte, entschuldigte sich Klaas via Twitter für den Vorfall (wir berichteten):

wir haben kein taktgefühl bewiesen, und lustigen quatsch mit fahrlässigem, beleidigendem schwachsinn verwechselt. es tut uns ehrlich leid.

Was die ganze Aufregung nun eigentlich soll, bleibt unklar. Erst im Juli hatte Joko als „Il Sexisto“ gegen eine mexikanische Ringerin gekämpft und ihr an Oberweite und Hintern gefasst. Damals regte sich kein Widerstand. Warum weiß niemand. Vielleicht weil die süße Messehostess so unschuldig wirkte, während die Ringerin maskiert war und Joko „fast umgebracht“ hätte? Das ZDF gab sogar Preis, dass die Berührung nur inszeniert war. Außerdem habe die Hostess der Ausstrahlung ja auch zugestimmt.

Wer sich die Aufzeichnung ansieht, fragt sich zudem unweigerlich, was der ganze Wirbel soll - das bitterböse „Grapschen“ war in der Tat lediglich ein Anstupsen mit spitzem Finger, das Klaas schon vorher furchtbar unangenehm war. Was uns RTL täglich bietet, geht oft weit darüber hinaus. Sicherlich, eine Hostess anzupieken ist nicht grade die feine englische Art und sich danach über die Hostess lustig zu machen, mag auch die Grenzen des guten Geschmacks kaschieren - es ist aber definitiv nichts, wofür man die Entlassung der beiden fordern müsste. Die Reaktionen führen aber sogar noch weiter: „So werden Vergewaltigung und sexualisierte Gewalt als Bagatelle bei den Zuschauerinnen und Zuschauern vermittelt“, jammert ein Zuschauer im Internet. Wenn der Deutsche meckern kann, sind die Grenzen gesunder Argumentation eben außer Kraft gesetzt.

Fazit: Fernsehhumor ist großflächig bei Raab, Pocher und Co. angekommen - auch bei den Privaten. Damit muss man sich eben abfinden - oder „arte“ gucken.

Welche Strafe sollte Joko und Klaas für den „Busengrapscher“ auferlegt werden?

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