Erster Doku-Film gewinnt Goldenen Löwen in Venedig: "Sacro GRA"

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 9. September 2013

In Venedig erhielt der Regisseur Gianfranco Rosi als erster in der Geschichte des Festivals den Hauptpreis, den Goldenen Löwen, für einen Dokumentarfilm. Sein Film „Sacro GRA“ dreht sich um Menschen, die in direkter Nähe zu dem Autobahnring GRA in Rom leben. Auch ein deutscher Beitrag erhielt eine Auszeichnung: „Die Frau des Polizisten“ von Philip Gröning gewann den Spezialpreis der Jury.

Gianfranco Rosi zeigt ganz ruhig und ohne überliegende Kommentare, wie ausgewählte Menschen mit und um den „heiligen GRA“, den römischen Autobahnring, leben. Dabei fängt er mit seiner Kamera zahlreiche triste Landschaften ein. Zu trist? Die FAZ urteilt hart:

„Es gibt keinen Zusammenhang als das Rauschen der Autobahn, es ist alles sehr banal, sehr konventionell, keine Einstellung bleibt selbst bei dem haften, der die römische Peripherie einigermaßen kennt.“

Der ausgezeichnete deutsche Film von Philip Gröning „Die Frau des Polizisten“ handelt von häuslicher Gewalt, die Familie leidet unter der brutalen Gewalttätigkeit des Vaters und zerbricht daran.

Gleich zwei Preise erhielt der griechische Film „Miss Violence“ von Regisseur Alexandros Avranas. Avranas gewann den Silbernen Löwen für die beste Regie und Themis Panou überzeugte als bester Darsteller. Er mimt in dem Drama einen Familienvater, der seine beiden Töchter zur Prostitution zwingt. Dunkle Themen, Tristesse und Probleme, die sich hinter verschlossener Tür abspielen lagen in diesem Jahr in Venedig im Mittelpunkt.

Erster Doku-Film gewinnt Goldenen Löwen in Venedig: "Sacro GRA"