Review: "The Place Beyond the Pines" mit Ryan Gosling (so halb)

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 2. August 2013

„The Place Beyond the Pines“ von Derek Cianfrance mit Ryan Gosling ist nur bis zur Hälfte wirklich mit Ryan Gosling. Als Motorrad-Bankräuber Luke wird er von dem Polizisten Avery Cross (Bradley Cooper) angeschossen und aus dem Fenster gestürzt. Luke ist sofort tot. „The Place Beyond the Pines“ ist kein fröhlicher Film. Väter die ihre Söhne vernachlässigen oder nicht für sie da sein können, oder ihnen die Show stehlen und dadurch ein Trauma auslösen, darum geht es im Film. Das Leben ist ein Teufelskreis.

Er ist kein Actionmovie. Das Tempo ist langsam. Die Musik von Mike Patton, bekannt vor allem als Sänger der Band Faith No More, zieht eine düstere, schwere Atmosphäre über die 140 Minuten des Films. Luke ist kein Schwiegersohn Typ wie Ryan Gosling im wahren Leben. Er ist dennoch ein sympathischer Outlaw mit einem süßen Lächeln. Sein letzter Wunsch es ist, dass sein Sohn Jason nichts von ihm erfährt. Das tut er dann natürlich doch, weil er 15 Jahre später dem fiesen Sohn des Polizisten Avery Cross begegnet. Avery wiederum gibt nicht zu, dass ihn Schuldgefühle plagen und er seinen eigenen Sohn nicht mehr ansehen kann, weil er weiß, dass er Luke, den Vater eines gleichaltrigen Sohnes, fälschlicherweise getötet hat. Avery findet sein Glück nur in der Karriere, sein Vater war erfolgreicher Richter. Auch er möchte Ansehen erlangen, akzeptiert dabei die ein oder andere Lüge und vernachlässigt seinen Sohn, genau wie sein eigener Vater.

Wie von einem guten Film nicht anders zu erwarten, überzeugen die Charaktere durch ihre Authentizität. Alle Figuren haben ihre dunklen Seiten, deren Ursachen im Laufe des Filmes deutlich werden. Menschen sind korrupt. Vor allem die Männer im Film kommen schlecht weg. Es gibt kaum einen der ein reines Hemd hat. Nur Rominas (Eva Mendes) neuer Freund, Kofi (Mahershala Ali) scheint tatsächlich gut zu sein. Die Frauen andererseits spielen kleine Rollen, ohne Einfluss auf die Machenschaften ihrer Männer. Obwohl Jason von Kofi offensichtlich wie ein eigener Sohn geliebt wird, findet er keine Ruhe.

Am Ende kann man nur hoffen, dass sich das Schicksal Lukes in seinem Sohn nicht wiederholt. Denn der beschließt seine Familie zu verlassen, ein Motorrad zu kaufen und die Weite des Landes zu suchen. Ein bewegender Film, der den allgemeinen Dualismus von gut und böse in Frage stellt.