Orson Welles "Citizen Kane" doch nicht Debütwerk? "Too Much Johnson" gefunden

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 9. August 2013

Film-Restaurateure schmeißen die Hände in die Luft und können ihr Glück kaum glauben. Regisseur Orson Welles feierte mit „Citizen Kane“ riesige Erfolge und wird noch immer dafür als einer der besten Filmemacher aller Zeiten geschätzt. Nun ist eine verschollen geglaubte Kopie des Films “Too Much Johnson“ wieder aufgetaucht. Hierbei handelt es sich um einen 40 minütigen Stummfilm mit Joseph Cotton. Er war eigentlich als Eröffnung eines Theaterstücks am Mercury Theater gedacht. Das Stück floppte allerdings bei einer Preview, weshalb Welles „Too Much Johnson“ niemals komplett beendete und dieser so in Vergessenheit geriet.

Eine Kopie wurde bereits in den 1960er Jahren in Welles spanischer Villa gefunden. Überraschender Weise sei der Film von 1938 in makelloser Qualität gewesen. Laut New York Times sagte Welles 1978:

„Ich kann mich nicht erinnern, ob ich das Material irgendwo in einer Kiste bei mir zu Hause gefunden habe, oder ob es mir von jemandem gebracht wurde, aber plötzlich war es wieder da. Die Qualität war super. Cotten war fantastisch und ich machte sofort Pläne es zu schneiden und es Joe als Geburtstagsgeschenk zu senden.“

Unglücklicherweise, gab es kurz danach einen Brand in Welles Villa, man glaubte der Film sei in Asche verwandelt worden. Jetzt wurde allerdings eine Kopie in einem italienischen Lagerhaus in der ciné-affinen Kleinstadt Pordenone gefunden. Momentan wird der Film im George Eastman House New York restauriert. Im Oktober soll er auf einem Stummfilmfestival in Pordenone erstmals einem Publikum gezeigt werden.

Orson Welles "Citizen Kane" doch nicht Debütwerk? "Too Much Johnson" gefunden