Film-im-Film: "Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel" und die Kraft der Fantasie

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 8. August 2013

Eine Kuh ist ein Pferd, Strickpullover sind Kettenhemden, eine Ruine ist eine Burg, eine Hand voll Männer stellt ein riesiges Heer dar. Robert Gwisdek spielt Regisseur Aron Lehmann in „Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“. Nicht nur Zuschauer sondern auch die Schauspieler, die bei dem ehrgeizigen Filmprojekt von Aron Lehmann mitmachen, brauchen viel Fantasie. Erinnern wir uns an unsere Kindheit, in der wir auch spielerisch mit dem was da war, alles entstehen lassen konnten.

„Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ ist wie eine Zwiebel, er ist vielschichtig und hat mehrere Ebenen. Man stelle sich vor Aron Lehmann, der echte, steht irgendwo in Bayern mit Schauspielern und dreht einen Film. Dann gibt es die Schauspieler, die eine Filmcrew darstellen mit Aron Lehmann gespielt von Robert Gwisdek, wie sie im bayrischen Dorf Speckbrodi versucht mit kläglichen Mitteln einen Geschichts-Epos zu produzieren. Gleichzeitig gibt es die Ebene des Filmes selbst. Die Geschichte um Kohlhaas, basierend auf einer Novelle von Heinrich von Kleist, die im 16. Jahrhundert spielt, aber im 18. Jahrhundert geschrieben wurde.

Der philosophische Film öffnet neue Einblicke in die Welt des Kinos und stellt gleichzeitig eine Verbindung zwischen den beiden Idealisten Kohlhaas und dem Regisseur Lehmann dar. Beide üben 'Selbstjustiz' und kämpfen, wider besserer Voraussetzungen, für was sie einstehen. Kohlhaas, der Pferdehändler will Gerechtigkeit, die die Vetternwirtschaft ihm aber nicht bietet. Lehmann will einen Film nach seinen Vorstellungen, die allerdings von den wenigsten geteilt werden, ohne die herkömmlichen Requisiten zu schaffen.

Ab 8. August im Kino.

Film-im-Film: "Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel" und die Kraft der Fantasie