Hannibal: Attraktiver Kannibale garantiert ästhetisches Nervenkitzeln

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 14. November 2013

Hannibal: Attraktiver Kannibale garantiert ästhetische Grausamkeiten. Diese Serie sollte man vielleicht lieber nur in kleinen Portionen genießen. Denn „Hannibal“ ist sicherlich nichts für schwache Nerven. Mads Mikkelsen, Laurence Fishburne und Hugh Dancy liefern ein brillantes und oft sehr grausames Amuse gueulle am Donnerstagabend. Die Serie um den psychopathisch Hannibal Lecter ist eine gelungene Mischung aus whodunit und whydunit.

Seit diesem Oktober läuft die Serie "Hannibal" auf Sat1. Der Däne Mads Mikkelsen mimt den perfekten Gentlemen im Schafspelz des Psychiaters Hannibal. Sein Partner Will Graham (Hugh Dancy) ist der getriebene Mann mit der Gabe der vollkommenen Empathie. Graham kann sich in jeden Menschen hineinversetzten, folglich auch in die Gedanken von Massenmördern. Dies ist in meinen Augen die einzige Schwachstelle der Serie, da mir der fiktionale Aspekt nicht gefällt.

Hannibal: Attraktiver Kannibale garantiert ästhetisches Nervenkitzeln

Graham konnte seine Ausbildung zum FBI Spezialagenten auf Grund seiner psychischen Probleme nicht abschließen, wird aber oft vom FBI als Berater hinzugezogen. Wenn Graham vom Leiter der Verhaltensanalyse Sektion Jack Crawford (Laurence Fishburne) an einen Tatort geholt wird, wird die Szene in seinem Kopf zurückgespult, bis zum Zeitpunkt der Tat. Da dieses Lesen des Täters eine Gefahr für Will darstellt, wird der grandiose Psychiater Hannibal Lecter als Aufpasser für Will eingesetzt. Will droht sich in den Fällen zu verlieren und nicht mehr zwischen sich selbst und den Tätern abstrahieren zu können. Nach einigen Fällen kommt immer mehr die Zerbrechlichkeit von Wills Psyche an die Oberfläche. Dr. Lecter soll ihm helfen und schnell steigt dieser bei der Lösung der Fälle mit ein.

Dr. Lecter ist ein psychopathischer Serienmörder, der gleichzeitig die Spitze der Ästhetik verkörpert. Zwar hilft er Will und es entsteht durchaus eine gewisse Freundschaft zwischen den beiden, doch Will verzweifelt immer mehr daran, dass ihm die Mörder immer einen Schritt voraus sind. Hannibal und Will finden sich immer wieder in leisen Kiss or kill Momenten. Beide brauchen einander und sind doch für den jeweils anderen eine große Gefahr. Hannibal mordet vor Wills Augen und Will wird vom labilen Mann zum kaputten. Nur Hannibal bildet eine Konstante in dessen Leben. Er ist in der Serie und in Wills Leben ein Ruhepol – der Einzige, der ihn versteht.