Greta Gerwing in "Frances Ha": New York und das pure Leben

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 1. August 2013

New York ist die Stadt der großen Möglichkeiten. Wer es hier schafft, schafft es überall. In „Frances Ha“ wird eine andere Geschichte, die sich im 'Big Apple' abspielt, erzählt. Keine Sensationen, sondern die Freundschaft zwischen Frances (Greta Gerwing) und Sophie (Mickey Summer) und deren Bemühungen ihre Leidenschaften zu verwirklichen stehen im Mittelpunkt. Noah Baumbach kreiert eine Komödie in schwarz-weiß, die an die Jahre der Nouvelle-Vague erinnert. Was macht die Hauptfigur Frances so liebenswert?

Frances ist 27 Jahre alt, sie würde gern Modern Dance Tänzerin sein, gleitet aber nur so vor sich her, von einem Moment in den anderen. Das einzige stabile in ihrem Leben scheint die Beziehung zu ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Sophie zu sein:

„Wir sind wie ein altes lesbisches Paar, das keinen Sex mehr miteinander hat“.

Doch dann möchte Sophie mit ihrem Freund zusammenziehen und Frances muss irgendwie damit klarkommen.

Die Mitte/Ende-Zwanziger Generation lebt in einer Zeit, in der laut Sophie Hunger „Freiheit das neue Gefängnis“ ist. Frances verkörpert eine authentische junge Frau, die auf der Suche nach der Bedeutung der Zukunft ist, aber dennoch im hier und jetzt lebt. Mit viel Humor porträtiert Noah Baumann die alltägliche Wirklichkeit vieler von uns. Häufig wird man gefragt: „Was machst du eigentlich? So beruflich?“ Frances gibt ganz ehrlich zu: „Das ist schwer zu erklären.“, ihr Tischnachbar hakt nach:

„Weil du etwas so kompliziertes machst?“, woraufhin Frances erwidert, „Weil ich es streng genommen gar nicht mache.“

Wer kennt das nicht, man hat Ideen und Leidenschaften, aber irgendwie kann man sich nicht aufraffen oder traut sich nicht richtig und außerdem gibt es ja auch so viele andere Leute die das gleiche machen wollen.

Der Film verspricht eine angenehme Komödie zu werden, bei der man über die Probleme der Hipster Generation in der Großstadt lacht und damit auch sich selbst kritisch reflektiert. "Frances Ha" regt auf spielerische Weise an darüber nachzudenken, was man eigentlich möchte – vom Leben. Die Thematik erinnert an die erfolgreiche US-Serie "Girls", die auch so ganz anders ist als das glamouröse "Sex and the City".

Greta Gerwing in "Frances Ha": New York und das pure Leben

Noah Baumbach und Greta Gerwing haben das Drehbuch zu Frances gemeinsam geschrieben. Sie sind laut New Yorker seit ihrer gemeinsamen Arbeit bei Baumbachs trockener Komödie „Greenberg“ mit Ben Stiller ein Paar.  Baumbach kennt sich in der Geschichte des Films aus und verknüpft aktuelle Themen mit alten Filmtraditionen und kreiert so etwas neues. „Frances Ha“ - der Titel hat wohl etwas mit dem Ende des Filmes zu tun – läuft ab heute in den deutschen Kinos.