Filmfestspiele Venedig: Judi Dench und James Franco rührend und verschreckend

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 2. September 2013

Die Filmfestspiele in Venedig laufen in vollem Gange. Zwei Filme erhalten besonders viel Aufmerksamkeit. Die 78-jährige Britin Judi Dench wird gefeiert: In der Tragikomödie „Philomena“ stellt sie eine Mutter auf der Suche nach ihrem Sohn dar, den sie vor 50 Jahren in ein irisches Kloster abgeben musste. James Franco präsentiert seine erschütternde Cormac McCarthy Verfilmung „Child of God“ als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler.

Philomena ist eine quirlige ältere Dame, die ein Geheimnis hat. Sie hat einen Sohn, den sie allerdings nicht mehr kennt, da sie gezwungen wurde ihn an ein irisches Kloster abzugeben. Mit Hilfe von dem Job-losen Journalisten Martin Sixsmith (Steve Coogan), der eigentlich keine 'human-interest' Geschichten schreibt, macht sie sich auf die Suche nach ihrem verlorenen Sohn. Diese Reise führt Philomena Lee bis über den großen Teich in die Vereinigten Staaten. Judi Dench lässt ihre Figur vor Sympathie strahlen, das Zusammenspiel zwischen ihr und Coogan funktioniert hervorragend. In Venedig munkelt man sogar schon, die nächste Oscar-Gewinnerin vor sich zu haben.

Das neue Produkt des 35 Jahre jungen Mulit-Talents (Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller, Drehbuchautor, Filmproduzent und Künstler) James Franco „Child of God“ ist eine Adaption des gleichnamigen Romans des amerikanischen Beststeller Autors Cormac McCarthys. Lester Ballad (Scott Haze) lebt von der Außenwelt abgeschottet in Tennessee in einem Wald. Er ist einsam, nur Plüschtiere leisten ihm Gesellschaft, bis er eines Nachts zufällig eine Frauen-Leiche entdeckt und sich mit diesem wehrlosen Geschenk vergnügt. Der verstörende Film ist überraschend stumm gestaltet und soll durch seine Bilder überzeugen. Vielleicht spiegelt die Stille in den Ohren der Zuschauer die Leere in Lesters Herz und Kopf wider. Ein Mainstream Erfolg wird diesem Werk mit Sicherheit ausbleiben.