"Die Kriegerin" im ZDF: Nazis sind auch nur Menschen?

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 1. August 2013

„Die Kriegerin“ von David Wnendt, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, läuft als Eröffnungsfilm der „Shooting-Star“-Reihe im ZDF. „In einer Demokratie kann jeder mitbestimmen“, das findet Marisa schlecht und will, dass Ausländern der Mund verboten wird oder sie am besten direkt ganz aus 'ihrem' Land verschwinden. Woher kommt diese rasende Wut auf die Welt?

Alina Levshin stellt ein Mädchen dar, die gerne dazugehören möchte. Leider hat sie sich die schlechteste Gruppe dafür ausgesucht. Sie vertritt radikale Meinungen und übt skrupellos Gewalt aus. Sie ist eine Nazibraut und stolz darauf. Sie lebt in einer ostdeutschen Kleinstadt in der es eine blühende nationalsozialistische Jugendbewegung gibt. Erst als sie 'weibliche Konkurrenz' in ihrer Clique kriegt, die 15-jährige Svenja (Jella Haase) tritt bei, fängt sie an Dinge anders zu sehen. Marisa versucht sogar einem afghanischen Asyl-Bewerber zu helfen.

„Die Kriegerin“ stammt aus einer Familie, die ihr nicht viel Halt geben kann. Dennoch ist von Anfang an klar, dass Nazi-Sein kein lustiges Spiel ist, sondern brutaler Ernst für alle Beteiligten. Ich konnte mir kaum den Trailer ansehen ohne mich für mein Land -  zu schämen - rassistisch motivierte Gewalt passiert ja tatsächlich immer wieder, man beachte die NSU Fälle. 

Wie genau der Film mit der 'Schuldzuweisung' umgeht, gilt es heute Abend um 22:15 Uhr herauszufinden. Meiner Meinung nach, rutscht man nicht einfach so in die Szene hinein, man muss sich schon bewusst dafür entscheiden, für die Werte und für die Gewalt. Man kann also auch bewusst „Nein“ sagen.

Denken Sie Jugendliche sind der Beeinflussung besonders ausgeliefert?

"Die Kriegerin" im ZDF: Nazis sind auch nur Menschen?