Charlotte Roches "Feuchtgebiete" mit Carla Juri werden in Locarno gefeiert

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 12. August 2013

Die Verfilmung von Charlotte Roches Roman „Feuchtgebiete“ wurde im schweizerischen Locarno gefeiert. Der umstrittene Roman und das Drehbuch handeln von gesellschaftsunfähigen Themen, bzw. von Themen, die in der Gesellschaft lieber verschwiegen werden. Helen, die 18-jährige Protagonistin gespielt von Carla Juri, spricht diese aber aus, so bekommen Hämorriden, Vaginalflüssigkeiten und Sperma in „Feuchtgebiete“ viel Aufmerksamkeit.

Oft wird das Buch, sowie der Film als 'Ekel-Skandal' bezeichnet, schert sich Helen doch weder um Körperhygiene, noch um sexuelle Tabubrüche. Laut Nachwuchstalent Carla Juri ist es mehr als nur Provokation: 

„Helen [hat] ein großes Verlangen nach bedingungsloser Liebe und sie kämpft ohne eine Spur von Selbstmitleid und falschem Stolz um diese Akzeptanz – was sie zu einer starken Persönlichkeit macht.“

Sie ist ein Scheidungskind und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihre Eltern wieder zueinander finden. Im Krankenhaus begegnet sie Pfleger Robin (Christoph Letkowski), den sie durch ihre direkte Art fasziniert.

Carla Juri selbst studierte Schauspiel in Los Angeles, wurde bereits zweimal mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet und erhielt  während der Berlinale 2013 den 'Europe's best young Actors' Award für die Schweiz. Sie spricht vier Sprachen, Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch, was ihr eine Ausnahmestellung im Europäischen Film garantiert.  „Feuchtgebiete“ ist durch und durch ein junger Film, auch Regisseur David Wnendt ist ein neuer Star im deutschen Filmgeschäft. Mit seinem Abschlussfilm „Die Kriegerin“ erreichte er bereits viel positive Resonanz.

Auf dem Filmfestival Locarno wurde die Weltpremiere von "Feuchtgebiete" von mehr als 3500 Zuschauern beherzt bejubelt und gilt als Anwärter für den Hauptpreis, den goldenen Leoparden.

Charlotte Roches "Feuchtgebiete" mit Carla Juri werden in Locarno gefeiert