"Breaking Bad" Folge 14: Ozymandias - Spoiler Alarm!

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 17. September 2013

Wer nicht wissen will was passiert ist, sollte hier lieber nicht weiter lesen. Schon der Teaser zum zweiten Teil der fünften und letzten Staffel von "Breaking Bad" zitierte, gesprochen von Schauspieler Bryan Cranston, das Gedicht "Ozymandias" von Percy Bysshe Shelley aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert. Es geht um die ironisch wirkenden Rückstände einer massiven Statue des größten Herrschers aller Zeiten, dem König der Könige: Ozymandias. Diese sind vergessen und verottet, zurückgelassen in der Wüste.

Die Folge beginnt mit einem Flashback, zurück zu den guten alten Zeiten, in denen Walter gerade erst mit dem naiven Jesse (Aaron Paul) begonnen hat Meth zu produzieren. Ist doch alles gar nicht so böse gewesen damals, oder? Walter (Bryan Cranston) liebte seine Frau (Anna Gunn) und so ein bisschen Kriminalität und Drogenhandel haben wir ihm doch alle verziehen. Das Telefonat mit Skyler bildet einen Rahmen zum Telefonat am Ende der Folge. Sieht man zuerst in Retrospektive einen liebevollen Familienvater, Walter White, hört man am Schluss den Gift-spuckenden Größenwahnsinnigen Heisenberg am anderen Ende der Leitung. Oder zumindest Walter White, der so tut als wäre er jetzt komplett zum 'Bösen' übergelaufen, damit seine Frau ganz allein ihm die Schuld zu weisen kann, selbst entlastet wird und mit einem ruhigeren Gewissen weiterleben kann.

Rian Johnson und Moira Walley-Beckett arbeiteten gemeinsam an dieser laut Produzent Vince Gilligan „besten Folge, die 'Breaking Bad' jemals hatte und jemals haben wird“. Es gibt einige Knoten die endlich platzen. So wird Hank (Dean Norris) von den Amerikanischen Super-Gangstern, der Klicke um Todd's Onkel Jack (Michael Bowen), ermordet. Hank weiß, was ihm bevorsteht und wird selbst in seinen letzten Sekunden nicht 'schwach'. Der typischste, männliche amerikanische Held der Serie liegt am Boden und wird wehrlos in den Kopf geschossen.

Walter schüttelt Jack die Hakenkreuz-tattoowierte Hand. Todd bedauert Walter's Verlust: „I'm sorry for your loss". Mr. White macht sich mit dem einen Fass voller Geld, das Jack ihm großzügiger Weise lässt, auf den Weg zu seiner Familie. Hank hatte seinen Triumph zu früh gefeiert und seine Frau Marie angerufen. Die denkt natürlich Walter säße schon längst im Gefängnis, geht zu ihrer Schwester Skyler und bringt diese dazu, ihrem Sohn Walter White Junior die schreckliche Wahrheit der Familieneinkünfte zu erzählen. Daraufhin herrscht totales Chaos in Juniors Kopf, der seine Mutter, als es darauf ankommt, aber doch verteidigt und den häuslichen Erstechungs-Tod verhindert.

Eine Kurzschlussreaktion bringt Walter dazu die kleine Holly mitzunehmen, letztendlich entschließt er sich doch dazu sie zurück zu lassen und allein in die Namenslosigkeit abzutauchen. „Breaking Bad“ Walter White und Heisenberg sind immer intensiver miteinander verbunden, ihre gemeinsame Geschichte lässt ihnen keine klaren Domänen mehr. Walter ist beides. Das muss er sich und seiner Familie eingestehen und den Platz räumen.

Noch aber ist die Staffel nicht zu Ende, was passiert mit Jesse, der jetzt als Meth-Koch-Sklave und einem Gesicht voller Folter-Spuren von Todd festgehalten wird? Wird Holly heil in den Armen ihrer Mutter ankommen? Kann die Polizei Walter aufspüren und wird der einzige 'treue' Verbundene, den Walter noch hat, Saul Goodman, weiterhin für ihn gerade stehen? Fragen die in den nächsten zwei Folgen hoffentlich geklärt werden. Ein Ende steht jedoch klar bevor. Werden dann die Reste Walters Imperiums unbeachtet verrotten, wie die der selbstgefälligen mit falschem Stolz erbauten Statue Ozymandias in Shelleys Gedicht?