Nach Battleship: Welche Brettspiele sollte man noch verfilmen?

von Portrait von Steffen Kutzner Steffen Kutzner
Veröffentlicht am 1. Januar 1970

Haben Sie schon mal „Schiffe versenken“ gespielt? Das Spiel, bei dem zum Beispiel sagt: „C8“ und der andere sagt dann „Ja!“ oder „Nein.“? Peter Berg hat es schon mal gespielt. Und er fand es wohl so beeindruckend, dass er gleich einen Film darüber gemacht hat. Universal hat ihm dafür 200 Millionen Dollar gegeben. Der Witz daran: Der Film kommt gar nicht so schlecht an. Jedenfalls beim Publikum nicht. Dass könnte aber daran liegen, dass die Zielgruppe so zwischen 10 und 18 Jahren alt ist und wahrscheinlich ohnehin nichts liest, was mehr Text als Bilder hat. Dort würde man nämlich erfahren, dass „Battleship" „unappetitlich“ (Spiegel), „enttäuschend“ (Frankfurter Rundschau) und „ziemlich albern“ (moviejones.de) ist. Mal sehen, was man sich an den glänzenden Tischen von Universal als nächstes ausdenkt. Da könnte man ein ganz neues Genre erschließen: Brettspiel-Filme. Und so wie „Battleship“ sich bei „Transformers“ bedient hat, könnte es ein Running Gag werden, dass die Filme sich an der Handlung anderer Filme orientieren. Ich habe schon ein paar Vorschläge samt zweitklassiger Handlungsentwürfe anzubringen:

„Halma Reloaded“ - Theo (Keanu Reeves) und seine Freundin (Carrie-Ann Moss) müssen bei einem Cyber-Sprintrennen gegen Herrn S., einen fiesen Kerl mit Sonnenbrille und Anzug, gewinnen, sonst wird er mit einem Computerprogramm alle Menschen versklaven. Gut, dass Theo aus dem Horoskop in der „Bild der Frau“ erfahren hat, dass er der Auserwählte ist. Da sprintet es sich gleich viel leichter. Aber Herr S. ist mit allen Wassern gewaschen und legt Theo kurz vor Beginn des Rennens einen verbogenen Löffel in den Schuh. Bemerkt Theo die perfide Sabotage-Aktion?

„Mensch ärgere dich nicht - Jetzt erst recht!“ - Jim McShame (Bruce Willis) muss verhindern, dass drei Terroristen, gespielt von Alan Rickman, Jeremy Irons und Timothy Olyphant, die Welt mit einem Asteroiden in Form eines riesigen Würfels vernichten. Er beschließt, zusammen mit ein paar Kumpels zu dem Asteroiden zu fliegen und ihn durch pusten aus der Bahn zu werfen. Aber die Terroristen sind ihm natürlich dicht auf den Fersen.

„Monopoly - Die zwei Türme“ - Bodo Freutlin (Elijah Wood) ist Hotelbesitzer auf der legendären Schlossallee in Las Vegas. Aber der fiese Casino-Mogul Sir Ruman, gespielt von Christopher Lee, will ihn aus dem Geschäft kanten, weil er auf Woods Grundstück ein 1000 Meter hohes Casinohotel bauen und auf dessen Dach ein riesiges Teleskop installieren will, das unbescholtene Bürger im beschaulichen Meadowland ausspionieren soll. Als Bodo von der hässlichen, schizophrenen Prostituierten Golliana erfährt, was Sir Ruman vorhat, trommelt er acht Freunde zusammen, mit denen er schon früher Probleme gelöst hat. Und dann muss Bodo sich seiner gewalttätigen Vergangenheit stellen – und den goldenen Schlagring überstreifen.

„Scrabble Wars - Das Imperium schlägt zurück“ - Der kleine Luke hat es schwer: er muss immer einen schwarzen Helm und einen schwarzen Umhang tragen, weil er gegen Sonnenlicht allergisch ist. Zudem stottert er stark und hat Asthma. Erst als er von seinem Vater als Vorbereitung für den Buchstabierwettbewerb zum Sprachunterricht angemeldet wird, scheint er seine Artikulationsprobleme langsam überwinden zu können. Aber sein verhasster Lehrer Hans Olo und der Schuldirektor Pulp-Atine lassen nichts unversucht, um zu verhindern, dass der kleine Luke den Schulpokal holt. Der Grund: Lukes Vater ist mit Hans Olo zur Schule gegangen und hat ihn immer auf dem Pausenhof verdroschen. Weil Hans deshalb für jeden „das Opfer“ war, ist er nie in die Clique der coolen Jungs aufgenommen worden. Zusammen mit Pulp-Atine und dem japanischen Austauschschüler Ken Obi hat er eine eigene Gang gegründet: DIO - Das Imperium der Opfer. Und das schlägt jetzt zurück.

Nach Battleship: Welche Brettspiele sollte man noch verfilmen? - 2 Videos