"Anke hat Zeit": So machte sich Engelke im WDR

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 29. Juli 2013

Am Samstag Abend, oder eigentlich schon vorher, denn die Sendung wurde aufgezeichnet, hatte Anke für uns Zeit und hat sich interessante Gäste aus verschiedenen kulturellen Sparten eingeladen. Mit einem tollen Auftritt von der britischen Singer/Songwriterin Lianne La Havas, dem exzentrischen Lachen der Schweizer Autorin Katja Brunner und der eigensinnigen Pop-Musikerin Sophie Hunger wurden die eineinhalb Stunden Programm zu einem interessanten Zeitvertreib.

Zu Anfang wirkte das Motto „Anke hat Zeit“ - viel Zeit – etwas aufgezwungen und unnatürlich. „Ich habe Zeit, Sie haben Zeit – trifft sich gut.“ Die Idee ist wirklich schön im Zeitalter von Skandal-fokussierten Sendungen, in denen extremer immer gleich besser ist,  einfach mal eine entspanntere Variante einzuschieben. Die Ausführung weckt manchmal unangenehme Pausen, bei denen man denkt: „Wir haben es verstanden, wir haben alle Zeit. Du brauchst es nicht zu wiederholen.“ Helge Schneider begleitete die Show mit Klavier-Geklimpere wie von ihm gewohnt, wie es ihm selbst am liebsten ist und brauchte nicht mehr zu reden.

Nach einer Weile gewöhnt der Zuschauer sich aber an das langsamere Tempo der Show. Die Gäste waren den Meisten -  zumindest zum Teil - völlig unbekannt, was die Sache spannend macht. Gut ist , dass Anke nicht versucht es allen so Recht wie möglich zu machen, sondern ihre eigene Meinung mit einbringt. Im Gespräch mit Sophie Hunger denkt man einige Male „Oh, oh gleich passiert noch etwas“. Hunger scheint allerdings auch eine schwierige Interview Partnerin zu sein. Ich denke, sie spielt mit ihren Gesprächspartnern und den Zuschauern auf einem subtilen Niveau.

Die Sendung ist sehr unterhaltsam, allein die unterschiedlichen Charaktere im Gespräch miteinander zu beobachten macht Spaß, so tratschen Sophie Hunger und Katja Brunner über ihren gemeinsamen Geschichtslehrer, nachdem sie herausgefunden haben, dass sie auf die gleiche Schule gegangen sind. Zusätzlich ist auch noch gute Musik dabei! Lianne La Havas performt ihren Song "Age" - nur sie mit der E-Gitarre und ihrer rauchigen Stimme. Sophie Hunger kollaboriert mit Gast Nils Mönkemeyer an der Geige und spielt ihr Lied "das Neue", in dem sie über Veränderungen der heutigen Welt singt: "Freiheit ist das neue Gefängnis". Michael Schiefel improvisiert ein beeindruckendes experimentelles Jazzmedley.

Wer Zeit hat kann sich die Sendung auch jetzt noch online auf der Website des WDR anschauen.

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