Jomo - Bilderstürmer

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Die Legende um den jungen Hamburger Künstlers JOMO besagt, dass Hamburgs HipHop-Mogul Samy Deluxe erstmals die Songs von ihm hörte – und ihn schon zwei Wochen später mit auf Tournee nahm. Und wenn Samy sagt, dass JOMOs Musik besonders ist, dann ist dies schon ein klares Zeichen. Sekundiert wurde diese Begeisterung durch zahlreiche euphorische Rezensionen von JOMOs Debüt-EP „Bilderstürmer“, die Mitte November erschien. Und dies vollauf zu Recht, denn Samys Ausspruch „Das ist neu!“ trifft des Pudels Kern auf den Punkt. „Bilderstürmer“ ist ein kunstvolles Amalgam aus kraftvollen Rap-Zeilen, Indierock-Gefühl, Postrock-Weite und, wie JOMO selber sagt, „Texten aus dem echten Leben, die die Geschichte des großen Unmuts und Perspektivlosigkeit unserer Generation erzählen.“ Bei JOMO trifft geschmackvolles Songwriting auf ehrliche und auch angriffslustige Zeilen, alles verpackt in einem Klang aus echten Instrumenten und einer warmen analogen Produktion, die gern immer wieder ihre Ecken und Kanten zeigt.

JOMOs Weg, hin zu diesem zutiefst originären Klang und Ausdruck,die, die war ein weiter. Ganz alleine, ohne Label oder Unterstützer im Hintergrund, begann er 2014, seine Idee von Musik zu entwerfen, spielte viele kleine Shows, oft nur vor 30 oder 40 Zuschauern. Doch gerade diese Auftritte haben ihn geprägt, wie er sagt – und ließen ihn in der Hamburger Szene zum Geheimtipp reifen. Mal spielte er dabei mit einer Backing Band, dann wieder als klassisches DJ-/MC-Duo, doch ebenso gut funktionieren JOMOs Songs, wenn sich der Multiinstrumentalist einfach selber am Piano begleitet. Seine Bezüge könnten dabei kaum breiter sein: Er fühlt sich inspiriert durch die knackige DIY-Ästhetik der alten 'Hamburger Schule', durch den UK-Grime, aber auch durch Post-Hardcore oder raumgreifende Gitarrenflächen Marke Mogwai. Alles dargeboten in einer Dringlichkeit und Angriffslust, wie man sie hierzulande sonst nur von jungen wütenden Bands wie Turbostaat oder Fjort kennt. Und doch, und das ist das Erstaunliche, entsteht dabei etwas, das der Rap-Kultur näher steht als so mancher vermeintlich große HipHop-Künstler. Denn es sind Songs aus dem Unterbewusstsein, mit dem Geruch der „Realness“ und der Ambition, echte Inhalte zu übermitteln.

Jene sind bei JOMO beileibe nicht immer fröhlich. Vielmehr drückt er mit prägnanten Worten aus, was wohl viele Menschen seiner Generation umtreibt: Die Wut, die aus der Hilflosigkeit resultiert, einen funktionierenden Platz in dieser Gesellschaft zu finden. Die Verachtung für die Missstände moderner Gesellschaft, ohne dass man wirklich etwas dagegen unternehmen kann. Energische Zeilen, dringliche Botschaften, wahre Worte – alles ummantelt von staubiger Beat- A?sthetik, großen Hymnen und authentischem HipHop-Gefühl. Jazz-Samples treffen auf Postrock-Gitarren, 808-Drums auf kraftvolle Bla?sersa?tze. JOMOs Musik kennt nur eine Grenze: die, die er sich selbst setzt. Entsprechend seiner eigenen Sozialisation – zu seinen Lieblingskünstlern zählen neben Marteria und Dynamite Deluxe auch Rage Against The Machine – bedeutet das, dass es eigentlich kaum eine Grenze gibt. Es muss vor allem für ihn einen Sinn ergeben. Und auf eine mysteriöse, fast selbstverständliche Weise ergibt es auch für jeden Zuhörer sofort Sinn, so ungewohnt und eigen JOMOs Sound auch sein mag.

Einem breiteren Publikum stellte er sich nun im Rahmen der Ende letzten Jahres absolvierten Tour als Support von Fünf Sterne Deluxe vor. Jeden Abend fand er dabei viele neue Unterstützer, die ihn seither massiv feiern. Kein Wunder, denn JOMO brennt sich ein. Man muss ihn nur ein Mal live erlebt haben.

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  • Jomo - Bilderstürmer
  • Berlin
    Cassiopeia
  • 11.05.2018
    20:00 Uhr
  • Tickets ab 17.20 Euro
  • vorüber
2018-05-11
  • Jomo - Bilderstürmer
  • Hamburg
    WAAGENBAU
  • 12.05.2018
    20:00 Uhr
  • Tickets ab 17.20 Euro
  • vorüber
2018-05-12
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