Opfer-Abo: Jörg Kachelmann prägt Unwort des Jahres 2012

von Portrait von Bettina Pielka Bettina Pielka
Veröffentlicht am 15. Januar 2013

„Opfer-Abo“ ist das Unwort des Jahres 2012. Laut Jury der sprachkritischen Aktion hat der Schweizer Fernsehmoderator Jörg Kachelmann das Unwort geprägt. Wie der Spiegel berichtete wurde das Schlagwort einer Äußerung von Jörg Kachelmann zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn zugeordnet.

Der Wettermoderator sagte wörtlich: "Das ist das Opfer-Abo, das Frauen haben. Frauen sind immer Opfer, selbst wenn sie Täterinnen wurden. Menschen können aber auch genuin böse sein, auch wenn sie weiblich sind."

Mit dieser Aussage unterstellte der Schweizer Moderator, dass Frauen ihre Interessen in Form von Falschbeschuldigungen, etwa Vergewaltigung, gegenüber Männern durchsetzen. Die Jury kritisierte den Begriff dafür, dass er Frauen „pauschal und inakzeptabler Weise“ unter Verdacht stelle, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterin zu sein. Dabei wenden sich nur eine kleine Minderheit der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen an die Polizei.

„Unwort des Jahres“ ist eine sprachkritische Aktion, die das Sprachbewusstsein und die Sprachsensibilität in der Bevölkerung födern. Die Jury besteht aus vier Sprachwissenschaftler und einem Journalisten.

Auf Platz zwei der Unwörter 2012 landete „Pleite-Griechen“, gefolgt von „Lebensleistungsrente“ auf Platz drei.