Julie Harris - James Dean Kollegin und längster Broadway-Star tot

von Portrait von Desiree Borsky Desiree Borsky
Veröffentlicht am 26. August 2013

Julie Harris starb am Samstag im Alter von 87 Jahren in ihrem Haus auf Cape Cod. Eine Freundin, Francesca James, war bis zur letzten Minute bei ihr, bis Julies Herz aufhörte zu schlagen. Harris gewann so viele Tony-Awards wie keine andere: sechs Stück inklusive den für ihr Lebenswerk. 1955 spielte sie an der Seite von James Dean in „Jenseits von Eden“.

Hier kennt man sie vor allem aus dieser Verfilmung John Steinbecks gleichnamigen Romans, in dem sie Objekt der Begierde zweier junger Zwillingsbrüder, James Dean und Richard Davalos, war. Im Film entschied sie sich für James Dean. Im wahren Leben heiratete sie dreimal, wobei keine der drei Ehen hielten. Gemeinsam mit Manning Gurian hat Julie einen Sohn.

Die New York Times nennt Julie Harris eine „Anti-Diva“ und beschreibt sie als die „First Lady“ des amerikanischen Theaters. Ein typischer Glamour-Star, war sie allerdings nicht, da sie nicht durch einen besonders hervorstechenden Erfolg bekannt wurde, sondern kontinuierlich ihr Leben lang auf der Bühne stand und regelmäßig das Bestmögliche ablieferte. Sie verkörperte verschiedenste Frauenportraits, so zum Beispiel die introvertierte Dichterin Emily Dickinson in "The Belle of Amherst" oder die extrovertierte Nachtklub Sängerin Sally Bowles in „I Am a Camera“.

Julie Harris - James Dean Kollegin und längster Broadway-Star tot

Julie Harris zählt mit Sicherheit neben Größen wie Elizabeth Tailor zu den erfolgreichsten Frauen ihrer Generation. Sie erhielt als erste weibliche Studentin in Yale ein Stipendium für Schauspiel. Sie lernte das 'Method Acting' unter Lee Strasberg persönlich, schloss mit Bravour ab und arbeitete bis zuletzt ununterbrochen als Schauspielerin und Musical-Star. Wie sie laut New York Times einmal selbst sagte, liebt sie Biographien:

„Ich freue mich immer sehr darüber Wahrheiten zu entdecken, die Menschen zurück lassen, so wie in Briefen. Ich habe mich das erste mal in Emily Dickinson verliebt, als ich ihre Briefe las. Es ist als spräche das Herz einer Person zu einem.“

Vielleicht wird es ja bald eine Adaption des Lebens von Julie Harris geben. Verdient hätte sie es alle Male.