Emma Forrest: Deine Stimme in meinem Kopf.

von Portrait von Susanna Salber Susanna Salber
Veröffentlicht am 2. Oktober 2013

Die britische Journalistin Emma Forrest setzt mit „Deine Stimmen in meinem Kopf“ ein rührendes und morbides Denkmal für ihren Therapeuten Dr. R. Eine fesselnde Geschichte über Krisen, Depressionen und deren Überwindung. Emma ist jung und talentiert. Doch sie ist auch so unglücklich, dass sie sich umbringen will.

Nach einem Suizidversuch wird sie rechtzeitig gefunden und an den Psychater Dr. K verwiesen. Dr. R führt sie ins Leben zurück, obwohl er selbst an Krebs leidet. Einige Jahre später stirbt Dr. R und ihr Ehemann, verläßt sie. Emma hilft nur noch die Stimme des Dr. R Sein Tod bringt den Auftakt für Emma Forrests Schreiben. Durch Dr. Rs Tod ist sie gezwungen, das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das Buch handelt von der Verwandlung des Mädchens zur Frau, die sie heute ist. Emma Forrest erzählt mit viel Ironie, wie sie trotz aller inneren Widerstände ihr Leben meistert – immer knapp am Abgrund. Mit teilweise leisen Tönen nähert sich Emma ihren eigenen Hürden wie der Lebensangst und der Frage um die Liebe.

Emma Forrest: Deine Stimme in meinem Kopf.

Dieses Buch enthält keinerlei nostalgischen Erinnerungskitsch. Forrest bietet klare Schilderungen von Exzessen und schildert voller Selbstironie die Sitzungen mit Dr. R manische Passagen wechseln sich mit Fantasieträumen ab. Es ist eine berührende Geschichte, voller Ironie, komischer Einkerbungen und dem alles erhaltenden Lebenswillen Emmas. Durch diesen Lebenswillen und der Leichtigkeit wirkt die Geschichte nicht bedrückend. Offen bleibt, was sich wirklich in Emma Forrests Leben zu getragen hat und was Fiktion ist.